Peru

Göttliches Essen - Teuflischer Verkehr - Ausserplanmässiger Aufenthalt

Causa - Chaos - Intercambio

Wir haben das Land gewechselt, der Natur scheint das egal, denn die Küstenstrasse verläuft weiterhin durch wilde Natur mit blauem Himmel und fast unendlich satten Grüntönen. In einem kleinen Supermarkt konnten wir unsere letzten Bolivianos in peruanische Sol wechseln, ein paar Kleinigkeiten einkaufen und somit machen wir uns einen weiteren halben Tage auf den Weg, genießen die Aussicht, bis wir schliesslich vom nördlichen Ende des Sees in einem kleinen Dorf landen.

Da es schon zu dämmern anfängt, beschliessen wir uns eine kleine Unterkunft zu suchen. Auf dem Marktplatz, der Ortschaft dessen Name ich vergessen habe, stehen wir vor einem Hostal mit geschlossenen Türen. Nebenan ist ein kleiner Kiosk, vor dem 4 Peruaner, mit einem Glas und einer grossen Flasche Bier sitzten. Wir fragen mal nach und alle kennen die Besitzerin und ja, wie wir schon rausgefunden haben ist niemand da. Spontan gibts dann die Einladung mit ihnen Bier zu trinken und dafür würden sie auch mit uns warten. 

Nach der 5ten Flasche hat sich ausser den Koordinationsproblemen der Peruaner nicht viel geändert. Ok, es war auch dunkel und wir hatten Hunger. Die Kiosk Besitzerin holte ihr Telefon raus und telefonierte ein bisschen rum, bis sie schliesslich zu uns kommt und uns den Weg zu einem anderen Hotel erklärte. Sie habe bereits angerufen, der Chef heisst Angel und wartet auf uns. Wieder mal auf die unendliche Hilfsbereitschaft der Latinos getroffen.

Als wir kurz darauf vor dem Hotel stehen, winkt schon ein kleiner Mann mit feschen Kleidern und zeigt uns den Eingang zur Garage. Na ja, Garage ist gut gesagt. Eigentlich ist es der Verkaufsraum seiner Frau, die dort allerhand Kleider, Männlein wie Weiblein, für alle peruanischen Grössen hat. Der Eingang ist allerdings nur ein bisschen breiter als unsere Lenker und die kleine Herausforderung ist über den 40cm Hohen Gehsteig auf die 3 Stufen zu treffen, die dann ins Innere führen. Die drei Stufen haben es auch noch in sich da ein weiterer Höhenunterschied von über einem halben Meter überwunden werden will. When in dougt, throttle out.

Das erst peruanische Abendessen wird wohl kaum in die Geschichte eingehen. Wir sind müde und essen ums Eck vom Hotel in einer Polleria. Es gibt Hühnchen mit Hühnchen, danach eine kalte Dusche und schon grüsst das Sandmännchen. Nach einer mehr oder weniger erholsamen Nacht und einer weiteren Geschicklichkeitsübung um die Mopeds aus der Kleidergarage zu bekommen, wird aufgesattelt und es geht auf nach Cusco.






Wir dachten das der Verkehr in Bolivien schon seine Tücken hat, doch nach zwei Tagen in Peru wissen wir, es gibt immer eine Steigerung. Mit Russ verschmierten Gesichtern und heissen Motoren, rollen wir nach einem langem Fahrtag ins Zentrum der Hauptstadt des Inkareichs ein. Da sie eine Universitätsstadt ist und zum Grossteil vom Tourismus lebt, finden wir eine junge, belebte und entzückende Atmosphäre vor, die uns ziemlich schnell in ihren Bann zieht. Für drei Nächte haben wir uns im Hostel de los Viajeros eingenistet. Eine ruhige, lieblich eingerichtet Unterkunft, mit heissen Duschen wo Platz genug zum tanzen ist, bequemen Betten, organisiertem mehrsprachigem Personal, Parkplatz im Innenhof und das alles einen Steinwurf vom Geschen weg. Volltreffer.

Am Abend gehen wir das erste mal in einem Restaurant essen, denn wir haben gehört, das die peruanische Küche eine der besten der Welt sein soll. Mein persönlicher Favorit war bisher eher römisch-gallisch. 

Von meinem Schwager Tobi habe ich eine Liste von peruanischen Spezialitäten und somit einen Fahrplan was das Essen für mich angeht bekommen. Die Liste: Lomo Saltado, Tamales, Causa limena, Choclo con Queso, Ceviche, Rocoto Relleno, Chiriuchu, Chicharon und zu Guter Letzt - Cuy = Meerschweinchen, muss noch warten, das steht erst mal hinten an. Keines der Gerichte kenne ich und kann mir auch nicht viel darunter vorstellen. Die Auflistung der Zutaten klingt schon mal interessant und mit dem Lomo saltado sollte der Protein Haushalt für heute auch gedeckt sein. Dazu einen Saft aus frischen Heidelbeeren und zur Abrundung ein Fläschchen Intipalka für den Geist und die Pachamama. Somit sollten dann alle Bedürfnisse befriedigt sein. Wir sind gespannt.

Die Getränke kommen vor dem Essen, was in Südamerika nicht unbedingt üblich ist. Die Säfte werden nicht serviert, sie werden kredenzt. Ohhh, was man doch so alles aus einem Glas und seiner Füllung machen kann? Ein kleines Kunstwerk steht vor mir und schmeckt vorzüglich. Der Wein ist auch schon entkorkt, darf noch ein bisschen Atmen, bis mir ein Probierele gereicht wird. Auch die Traube mundet meinem Gaumen.

Der Duft des Essens eilt ihm voraus und schon ist der Tisch zu klein. Die Farbenpracht auf den Tellern lässt mir das Wasser im Mund zusammen laufen. Causa kann man als Kartoffelbreischichttürmchen mit individueller oder besser gesagt lokaler traditionellen Zwischenlagen beschreiben. Ein Lomo Saltado ist ein klassisches peruanisches Pfannengericht, das als Paradebeispiel der Chifa-Küche (chinesisch-peruanische Fusionsküche) gilt. Es besteht aus scharf angebratenen Rinderfiletstreifen, die mit Zwiebeln, Tomaten, Paprika, Sojasauce, Essig und oft Pisco im Wok geschwenkt werden. 

Kurz gefasst, die ersten beiden Gerichte sind schon mal eine Geschmacks Explosion und wenn ich das Wort "Food Porn" von nun an höre, denke ich nur noch an peruanische Küche.



Klar wollen wir auf den Machu Picchu. Phase eins, wir machen uns schlau welche Möglichkeiten es gibt. 

Möglichkeit Nr.1: Touranbieter - 3 Uhr morgens Abholung vom Hotel, Taxi bis zum Bahnhof. Zug bis Aqua Calientes, nächster Bus hoch auf den Berg. 3 Stunden Führung. Abfahrt per Bus zurück ins Dorf. 7 Stunde Aufenthalt. Rückfahrt mit dem Zug und Abholung vom Bahnhof mit dem Taxi. Zurück im Hotel ca. 0-3 Uhr morgens. Kostenpunkt = einen Monat Essengehen in Peru/pro Person.

Möglichkeit Nr.2: Colectivo, Chickenbus oder auch Sammelbüsschen genannt. Reisezeit 1-2 Tage pro Strecke mit viel Zeit zum aus dem Fenster schauen und den Schliessmuskel zu trainier. 11 Km von Hidroelectrica nach Aquas Caliente laufen und dafür aber sich die Zeit nehmen zu können im eigenen Tempo zu reisen. Kostenpunkt = ein Bruchteil von Möglichkeiten Nr.1

Phase zwei....

Möglichkeit Nr.3: Selber hinfahren. Wo ein Colectivo hinkommt, kommen wir alle Mal hin. Auf gehts zum neuen Abenteuer. Der Weg führt uns recht zügig aus Cusco raus auf eine Landstrasse die kaum merklich aber stetig ansteigt und mit jeder Kurve mehr zum Motorradfahrer Traum wird. Die Vegetation wechselt, als es in steilen Serpentinen den Pass hochgeht. Die Laub und Nadel Wälder verschwinden langsam und weichen kurzen, borstigen Grassgewächsen, denn der Höhenmeter zeigt bereits über 4000 MüM an. Das könnte man schon als Hochalpin bezeichnen. Wir sind in den Urubamba Bergen, was für ein toll klingender Namen. Es wird noch besser. Nach der Passhöhe geht es bis auf 800 MüM nach unten. 

Auf dem Weg runter, rollten wir auf sehr altem Kopfsteinpflaster durch ein kleines schnuckeliges Dörfchen mit dem wie Musik klingenden Namen: Ollantaytambo, die Panflöte setzt schlagartig in meinem Kopf ein.

Auf einer Höhe von 2848 m am rechten Ufer des Río Urubamba ist man den Göttern anscheinend näher und kann sie besser verstehen, denn nach einer Legende soll der Gott Viracocha die Inka angeleitet haben, die Stadt zu bauen.

Ollantaytambo ist das einzige verbliebene Beispiel für Stadtplanung aus der Inka-Zeit. Die Gebäude und Inka-Terrassen sowie die engen Gassen der Stadt befinden sich noch in ihrem ursprünglichen Zustand. Die geraden und engen Straßen bilden 15 quadratische Blocks (canchas), die je einen Eingang zum zentralen Innenhof besitzen, der von Häusern umgeben ist. Einige vornehme Häuser bestehen aus perfekt gearbeiteten Inka-Mauern aus dunkelrosa Stein. Die Inka bauten in Ollantaytambo Verwaltungs-, Landwirtschafts-, Militär- und religiöse Einrichtungen.

Auf der dem Berg zugewandten Seite von Ollantaytambo befindet sich ein imposanter Inka-Komplex, der, auf Grund seiner außerordentlich starken Mauern, landläufig fortaleza (dt. Bollwerk oder Festung) genannt wird. Tatsächlich war dieser Komplex strategisch günstig gelegen, um das Heilige Tal der Inka zu dominieren. Hierhin zog sich auch 1537 Manco Cápac II. nach der gescheiterten Belagerung von Cuzco zurück, um seine verbliebenen Soldaten im Kampf gegen die Conquistadoren zu sammeln.

Heute ist es uns allerdings nicht nach einer Besetzung eines friedlichen Dörfchens, sondern nach Wandern im Dschungel und so fahren wir weiter hinab und durch das Heilige Tal. Der Name macht ihm alle Ehre. Überall an der Strasse gibt's kleine Buden wo man eine riesige Auswahl an frischen Früchten, Obst und Gemüse bekommt die man auf den Dachterrassen der Holzkonstruktionen, über oder besser gesagt im Dschungel geniessen kann.

Die letzten 30 Kilometer haben``` s in sich. Der Teer weicht einer Matsch Piste und schlängelt sich durch die Berge wieder hinauf nach Santa Teresa. Von dort sind es nur noch ein paar Kilometer bis nach Hidroelectrica, dort endet dann auch die befahrbare Strecke.

Wo könnte ein besserer Platz sein um die Mopeds und den restlichen Kram zu parken, als bei Señior Escobar?

Er heisst nicht Pablo und schaut noch viel weniger aus wie der bekannte Drogenbaron aus dem Norden. Seine Familie hat in Hidroelectrica einen Parkplatz und es sieht so aus, das die wenigen Leute die dort sehr autark wohnen vom Parkplatz bis hin zu kleinen Essständen alles unter Kontrolle haben. Es dauert nicht lange, dann haben wir die Mopeds abgepackt, alles verstaut und machen uns zu Fuss weiter auf den 11km langen Weg durch den Dschungel, nach Aquas Calientes, dem Machu Picchu Dorf. Mann muss sich vorher bei den Parkwächtern eintragen, damit auch niemand verloren geht.

Gesagt, getan. Wir marschieren los und bringen die ersten Höhenmeter hinter uns. Nach 2km wird der Weg eher gerade und wir folgen den Eisenbahnschiene . Ja es hat Schienen und nein, es fährt kein Zug dort. Ich komme mir vor wie Indiana Jones mit seiner Marion Ravenwood auf der Expedition nach der verloren Stadt. Immer wieder kommen wir an kleinen Bambushütten vorbei, in denen man auch Übernachten oder Essen kann. Vor den Hütten stehen immer wieder Tische mit Bananen und anderen Früchtenkörben, die anscheinend für die Wanderer kostenlos da liegen.

Über Stock und Stein, vorbei an bewachsenen Felsüberhängen mit bunten Blüten, einem kleinen Tunnel und einer Rundbogenbrücke aus Stahl, geht es am gleichnamigen Fluss Aquas Calientes entlang. Der dicht bewachsene Wald spendet Schatten und man kann sich praktisch nicht verlaufen, solange man einfach den Schienen folgt. Nach 7km kommen wir an einem Nebenfluss an, auf deren anderen Seite viele Offizielle, wie Polizei und Parkwächter stehen und signalisieren, dass alle zurück nach Hidroelectrica gehen sollen. 

Eine Schlammlawine bahnte sich über Nacht von den Bergen den Weg durch den Dschungel und hat auf ihrem Weg die einzige Brücke mit sich in die Fluten gerissen. Es muss enorm gewesen sein, denn im Umkreis von 500 Metern sieht es aus wie auf einem Schlachtfeld. Überall liegen zerfetzte Bäume und Sträucher, Kleinwagen grosse Steiner und Schlamm so weit das Auge reicht herum. Auch die Schienen sind in Mitleidenschaft gezogen worden und liegen verstreut wie Micadostecken in der Landschaft. Wir überlegen was wir tun sollen und lauschen den Plänen eines selbsternannten Führers einer amerikanischen Reisegruppe, bestehend aus Erwachsenen verschiedenen Alters und einigen kleinen Kindern. We can do it, hören wir immer wieder. Sie wollen selbst eine Brücke bauen sobald die Offiziellen weg sind. Good Luck! Wir machen uns auf den Rückweg, denn es fängt bereits an zu dämmern und die Wettervorhersage ist eher dunkel bis tiefschwarz.

Nach ein paar Minuten ist die Dämmerung schon vorbei und es ist Kuhranzennacht. Um wieder zurück zu den Schienen zu kommen müssen wir einen kleinen Umweg durch das Gestrüpp machen. Wir haben wohl einen anderen Weg zurück genommen als wir gekommen sind. Plötzlich stehen wir auf einem uralten Friedhof mit verwitterten Grabsteinen. Ich könnte schwören das hin und wieder eine Hand aus dem Erdreich nach meinen Füssen greift. Ganz schön gruselig. Zum Glück haben wir unsere Stirnlampen dabei und hoffen nur, das die Batterien noch bis zurück reichen. Nach etwa 2 Stunden durchs Gemüse trampeln, fängt es auch noch zu nieseln an, doch mit viel Motivation und den fantastischen Eindrücken, nachts durch den Dschungel zu laufen, erreichen wir das Haus von Señor Escobar. 

Wir klopfen an die Tür wo kurz darauf ein etwas vom Schlaf zerknitterter Escobar die selbe öffnet und uns etwas verwundert anschaut. Wir erklären ihm die Situation, fragen ob wir unser Zelt irgendwo aufschlagen dürfen und er ist sofort hilfsbereit. Er stampft in seinem Micky Mouse Pyjama mit kurzer Hose und Gummistiefeln voraus zu einem grossen Unterstand wo wir das Zelt aufschlagen sollen, denn auch er weiss, dass es heute Nacht noch einige Liter Wasser von oben geben wird.

Das Zelt steht, wir haben die nassen Klamotten gegen trockene getauscht, ein kleines Abendessen von unserer Notration gekocht und griechen müde in unsere Behausung. Reisverschluss zu und der Wolkenbruch geht los. Es schüttet wie aus Kübeln und die grossen Tropfen veranstalten ein Tamburenkonzert auf dem Blechdach über uns.


Am nächsten Morgen ist der Himmel zwar noch wolkenverhangen aber die Sonne bricht durch und wärmt unsere Gemüter. Alles ist wieder versorgt und wir sind bereit für Anlauf Nr.2. Ein Frühstück wäre noch gut und wie gerufen kommt die Nachbarin mit einer Schubkarre, beladen mit frisch geschlachteten Hühnern, Café und Früchten an uns vorbei. Habt ihr Hunger? Dich schickt der Himmel. Ja, das haben wir und somit watscheln wir im Entenmarsch zu dritt zurück zum Eingangsportal wo wieder mal die Parkwächter sind. Sie wissen zwar nicht ob der Weg nun passierbar ist aber dafür machen sie uns darauf aufmerksam das wir uns eintragen müssen. Auf die Frage hin ob man sich auch wieder austragen muss wenn man zurück kommt, nicken sie und erklären im vollen Ernst, dass sei obligatorisch.

Als wir letzte Nacht zurück kamen, waren die Hütten wo man sich ein und austragen muss geschlossen und sie haben auch nicht gemerkt das wir bereits eingetragen waren. So viel zur Kontrolle, da wird der Parkwächter in meinen Augen zum Nachtwächter.

In der Zwischenzeit hat unsere Frau Nachbarin die Töpfe zum kochen gebracht. Wir setzen uns in ihre kleine Bretterbude und schon steht eine grosse Tasse Café, ein frisch gepresster Mangosaft und ein Teller mit Reis, Hühnchen und einer undefinierbaren aber sehr lecker schmeckenden Sause vor uns auf dem Tisch. Ein frühstück für Eroberer.

Da anscheinend immer noch keiner der Nachtwächter Neuigkeiten hat, ob man nun bis ins Machu Picchu Dorf kommt, gehen wir einfach los um es selber raus zu finden. Als wir an der Stelle ankommen wo wir gestern nicht mehr weiter kamen sehen wir eine grosse Ansammlung von Menschen. Die Einheimischen haben es doch in kürzester Zeit geschafft einen riesigen Baumstamm quer über den Fluss zu legen und mit einem darüber gespannten Seil können nun, einer nach dem anderen seine Balancefähigkeiten ausprobieren. (Siehe Video Peru)

Auf der anderen Seite angekommen sehen wir nun das restliche Ausmass der Zerstörung. Die kleine Häuseransammlung, wo auch die Bahnlinie endet, ist zerstört und es steht gerade noch ein halbes der insgesamt 4 Häuser. Zwei abgestellte Wagons sind bis zum Dach hin zugeschüttet, die anderen 3 sind mehr oder weniger verschont geblieben. Von den Amerikanern fehlt jedoch jede Spur. Ich hoffe nur das sie einfach die Ersten waren die am Morgen über die Brücke konnten, denn die Nacht haben sie wohl im Dschungel und somit auch im Regen verbracht.

Wir sind in Aquas Calientes angekommen und haben uns in einem schönen, kleinen Hostal, direkt an der Bahnlinie einquartiert. Für den morgigen Tag ist die Wanderung auf den Berg vorgesehen und somit bleibt Zeit das Dorf unsicher zu machen. Uns gefällt es sehr gut, obwohl es natürlich sehr touristisch ist, aber das bricht dem Charme keinen Zacken aus der Krone. Während wir im Zentralmarkt zu mittag Essen, suchen wir uns schon mal Ideen für das Abendessen raus. Was soll ich sage....ausser, was zum Geier will Gott in Frankreich.

Die Tickets für den Berg haben wir online gekauft, sind allerdings durch die unerwartete Naturgewalt verfallen. Im Rathaus kann man auch Tickets kaufen und somit statten wir denen doch mal einen Besuch ab. Wir erklären die Situation, über die sie natürlich bescheid wissen und es ist kein Problem das wir erst einen Tag später rauf gehen. Sie machen noch kurz ein Foto von uns und erklären das wir am Eingang einfach sagen sollen wer wir sind, er schicke das Foto hoch und alles ist tranquilo. Bueno.

Es gibt 4 Eingänge und 5 Sektoren auf dem heiligen Berg. Vor den Eingängen 1 und 2 hat sich bereits eine Kilometer lange Menschenschlange gebildet. Mit einem kurzen Blick auf unsere Tickets kommt auch schon das Aufatmen. Wir habe Eingang 4. Dort steht erst mal nur der Ticketkontrolleur und winkt uns zu sich. Das Bild per WhatsApp ist tatsächlich bei ihm angekommen. Normalerweise hat jeder Besucher 4 Stunden Zeit auf dem riesigen Areal zu verbringen. Wir bekommen ein freundliches: "Herzlich Willkommen, bitte nehmen sie sich Zeit für ihren Besuch" und werden nach einem weiteren Mal Einschreiben in einem Buch reingelassen.

Nachdem wir die komplette untere Ebene fast alleine erkundet haben wollen wir noch auf den Huchu` y Picchu, den wirklichen Heiligen Berg. Auf einem Ziegenpfad gehts steil nach oben. Als wir auf der Spitze ankommen ist erstmal nichts mehr zu sehen. Die Wolken bilden eine geschlossene Decke. Wir warten und geniessen das Naturspektakel. Es dauert gar nicht lange bis sich die Wolken etwas auflösen und den Blick frei geben. Es ist bereits Mittag als wir den Abstieg angehen und nun füllt sich auch das ganze Areal mit Menschen. Da haben wir mal wieder Glück gehabt.

Am nächsten Tag wandern wir munter und zufrieden zurück zu den Motorrädern und unseren restlichen Sachen, bezahlen Señior Escobar und machen uns auf den Weg, über die Anden, nach Nasca.

Vom tropischen Regenwald des Heiligen Tals bis Nasca sind es ungefähr 800km, für südamerikanische Verhältnisse eigentlich ein Katzensprung. Wir brauchen 2 Tage bis wir in der Pampa de San Jóse, dem Wüstenhochplateau und eine der trockensten Regionen dieser Welt eintreffen. Die Fahrt dorthin war Atemberaubend in jeder Hinsicht. Von stockendem Atem, wenn immer wieder Mal ein LKW auf unserer Spur entgegenkommt und ein Motorrad nicht als ernst zu nehmenden Verkehrsteilnehmer ansieht über Atemnot, beim Kleiderwechseln in kalten, windigen Höhen bis hin zu einer atemberaubenden Aussicht, hervorgerufen durch die gewaltige Natur.

Die Eintägige Abfahrt bis aufs Hochplateau zieht sich durchs Bergland von massiver Felslandschafte über fette grüne Wiesen, zu immer trockener werdenden Dünenlandschaft. Je später der Nachmittag, je tiefer wir kommen, je höher die Temperatur. Das alles hilft momentan nicht gegen Hunger, Pippi, Kaputt.

Schlagwort Kaputt. Simona hat schon vor der einen oder anderen Stunde mal anklingen lassen: Habe fertig.

Kommt mir gerade in den Sinn, als wir durch die holprigen Strassen Nascas fahren und nach einer Unterkunft suchen. An einer Kreuzung halt ich an, kuck ich links, kuck ich rechts, fahr los und im Rückspiegel fehlt irgendwas. Nach den gewöhnlichen 3 Sekunden weiss ich was fehlt. Wo ist Simona? Ein Blick zurück und es sieht nicht aus, wie es aussehen soll. Zuerst ist da mal ein 1.5 Meter hoher schwarzer Metallzaun, weis der Geier von wo der gekommen ist. Davor liegen wagerecht zwei Räder, halb auf dem Gehweg, halb in einem Loch auf der Strasse und zwischen dem Gepäckberg der auch der Schwerkraft nachgegeben hat, kuckt der weise Helm von Simona mit zwei winkenden Händen raus. Alles Ok. Hör ich über den Funk, bin umgefallen.

Da Simona etwas bewegungsunfähig in Sandwichbauweise zischen dem ganzen Eisen da lag, kamen gleich mehrere Herrn auf sie zu um sie aus dieser Misslage zu befreien. Nachdem wir uns bedankt und ein wenig unterhalten hatten, die Fahrerin und ihr Vehikel einer kurzen Inspektion unterzogen wurden, war ausser dem Schock, einem kaputten Rückspiegel und einem Loch in Simonas Jeans nur noch die Müdigkeit und der Hunger vorhanden. 

Den Spiegel konnten wir bei einem Schweisser, dessen Geschäft "Feo Estrella" heisst wieder in Stand setzten. Er wollte 40 Sol, jedoch das hämische Grinsen in seinem Gesicht hat uns verraten das er Pokert. Kann Simona aber auch. Nach einigem hin und her haben sich die zwei auf die Hälfte geeinigt, wahrscheinlich immer noch Touripreis aber alle waren glücklich. Simona und der Besitzer des hässlichen Stern hatten beide ein Lächeln im Gesicht.

Das Thema Ceviche hatten wir bereits in Chile und wurde als kulinarischer Leckerbissen verbucht. Auf einen Tip der Hostel Besitzerin hin, landeten wir in einer Garage, deren Tor fast immer geschlossen ist und von aussen nicht sehr einladend aussieht. An gewissen Tagen, um die Mittagszeit, quase nur beim richtigen Sonnenstand, öffnen sich die Pforten zu dem himmlischsten Esstempel für Ceviche den ich in ganz Südamerika bis jetzt besucht habe. 

Man gleitet förmlich auf dem ausgerollten purpurroten Teppich, vorbei an den links und rechts stehenden, diese vergoldeten Hollywood Grammy Verleihungsgala Pfosten mit den roten Kordeln bis an einen der simplen Holztische. Der hohe, helle Raum ist mit einfachen natürlichen Sachen geschmückt, wie getrocknete Maiskolben, verschiedenen Eren und Gläsern mit Sand, Mais und Café gefüllt. Es ist angenehm temperiert, die Atmosphäre wie man in den gewöhnlichen Mittagstischstuben findet und fast alle Tische sind schon besetzt, vom Bänker bis hin zum Bauarbeiter. Genau meine Kneipe.

Es gibt wohl eine Speisekarte doch anscheinend habe ich das spanisch nun ganz verlernt. Ausser Mais und die verschiedenen Fischarten komm ich mit den Kombinationen nicht so ganz klar. Das alles erledigt sich im Handumdrehen, als der Kellner kommt und fragt: Habt ihr gerne Ceviche? Wir bejahen und alle sind Glücklich. Den hier gibts ausschließlich Ceviche, Ceviche oder Ceviche.

Zum trinken wurde uns ein Pisco wärmstens ans Herz gelegt. Natürlich, wie dumm von mir. Es ist in vielen Ländern ja auch ein altes Brauchtum, ja fast schon ein Sakrileg wenn man nicht ein Schnäppschen vor und eines nach dem Mittagessen zu sich nimmt. Der Pisco kommt, Simona hat einen Pisco Sour bestellt und meiner kommt, warum auch immer, pur. Kurz darauf ist auch schon das Essen da, mit gerösteten Maiskörnern und zwei schiffchenartigen Tellern mit Ceviche in dreifacher Ausführung. Einmal klassisch, einmal mit Cocktailsause und zu guter Letzt mit einer Knoblauchsause. Es wurde nicht zu viel Versprochen, die dargebotenen Speisen sind wieder einmal ein Gaumenschmaus.

Während dem Essen schmieden wir schon einmal Pläne wie wir die berühmt, berüchtigten Nascalinien anschauen. Man kann einen 20 minütigen Rundflug für 100 Dollar pro Person buchen oder man ist schwindelfrei und klettert auf die Aussichtstürme. Die meisten davon sind kostenlos. Wenn man noch ein bisschen auf den Nebenstrassen, bzw den Holperpisten ins Gemüse fährt kann man auch auf die umliegenden Berge klettern von denen man ein super Panorama hat.

Die Nazca-Linien sind über 1500 riesige Scharrbilder (Geoglyphen) in der Wüste bei Nazca und Palpa in Peru. Als Urheber der Linien gelten die Paracas-Kultur und die Nazca-Kultur. Die Nazca-Ebene zeigt auf einer Fläche von 500 km² schnurgerade, bis zu 20 km lange Linien, Dreiecke und trapezförmige Flächen sowie Figuren mit einer Größe von etwa zehn bis mehreren hundert Metern, z. B. Abbilder von Menschen, Affen, Vögeln und Walen. Oft sind die figurbildenden Linien nur wenige Zentimeter tief.

Schon der spanische Conquistador Pedro de Cieza de León berichtete in seiner Chronik von Peru (1553) von den Nazca-Linien, allerdings deutete er sie irrtümlich als Wegmarkierungen. Der spanische Verwaltungsbeamte Luis Monzón, der die Linien im Jahr 1586 erwähnte, hielt sie für Überreste von alten Straßen.

Die vollständigen Figuren kann man nur aus der Luft erkennen. In diesem Sinne entdeckt wurden die Nazca-Linien erst in den 1920er Jahren oder spätestens in den 1930er Jahren, als regelmäßig Flugzeuge die Nazca-Wüste überflogen. Die Beobachtungen von Piloten und Passagieren lösten aber zunächst noch keine intensiven Nachforschungen aus.

Im Jahr 1926 wurden Nazca-Linien erstmals wissenschaftlich beschrieben. In diesem Jahr erforschte Alfred Kroeber bei seiner Peru-Expedition vor allem die Keramik der Nazca-Kultur. Er bemerkte auch die Bodenlinien und beschrieb einige von ihnen. Seine Texte, Fotografien und Zeichnungen, wahrscheinlich die erste Dokumentation der Nazca-Linien, wurden allerdings erst 1998 publiziert.

Ungefähr zur selben Zeit 1926 entdeckte der peruanische Archäologe Toribio Mejía Xesspe gerade Linien, Zickzacklinien und Trapeze bei Wanderungen in den umliegenden Hügeln. Er interpretierte sie als Straßen mit religiöser Bedeutung.

Der Historiker Paul Kosok von der Long Island University in Brooklyn kam 1940 nach Peru, um antike Bewässerungssysteme zu untersuchen. Er erkannte, dass es sich bei den Linien nicht darum handeln konnte, da sie großteils schnurgerade über Hügel und Vertiefungen hinweg verliefen. Bei einem Flug über das Gelände erkannte er eine Vogelfigur. Zufällig beobachtete er zusammen mit seiner Frau von einer Anhöhe aus den Sonnenuntergang zur Zeit der Sonnenwende am 21. Juni 1941. Sie bemerkten, dass eine der langen Linien von ihrem Standort genau in Richtung des Sonnenuntergangs zeigte. Kosok glaubte begeistert, die Lösung des Rätsels gefunden zu haben: Wenig später hielt er die Nazca-Ebene für „das größte Astronomiebuch der Welt“.

Die Mathematikerin und Physikerin Maria Reiche traf Paul Kosok in Lima, als dieser eine Spanisch-Übersetzerin für seine englischen Texte suchte, und wurde seine Assistentin. Nach einer Unterbrechung wegen des Zweiten Weltkriegs verfolgte sie Kosoks Ansatz weiter, in den Linien und Figuren einen riesigen astronomischen Kalender zu sehen. Sie vermaß unzählige Linien mit Maßband, Sextant und Kompass, später auch mit einem Theodolit. Sie reinigte die teils verdeckten Linien, entdeckte immer mehr Figuren, zeichnete sie, suchte nach Zusammenhängen mit dem Lauf der Sonne und der Sterne. Durch ihre leidenschaftliche Arbeit wurden die Nazca-Linien weltweit bekannt. Sie setzte sich bis zu ihrem Lebensende 1998 unermüdlich für den Schutz und Erhalt dieser Wüstenfiguren ein und bemühte sich um deren Interpretation. Viele Figuren wurden durch Fuß- und Autospuren zerstört. Durch die Initiative Reiches ergriff die peruanische Regierung Maßnahmen, um eine weitere Zerstörung zu verhindern. So wurden die Geoglyphen 1994 von der UNESCO als „Linien und Bodenzeichnungen von Nasca und Pampa de Jumana“ zum Weltkulturerbe erklärt.

Was diese Linien bedeuten wissen jedoch bis heute nur die Götter.

Als wir in Patagonien unterwegs waren bekamen wir einen Kontakt von einem Peruaner, der in den Cordillera Blanca eine Ferien Anlage hat. Das Angebot reicht von Mountainbike Touren, Kanufahrten auf den Seen bis hin zu Wanderungen. Wir sind schon einiger Zeit mit ihm in Kontakt und haben abgemacht, das wir für mindestens 4 Wochen ein Intercambio (Arbeit gegen Unterkunft und Verpflegung) bei ihm machen. Wenn wir weiter in unserem Tempo Reisen, sollten wir in ungefähr zwei Wochen bei ihm sein. Es gilt allerdings noch eine Hürde zu nehmen. Da wir entlang der peruanischen Küste von Nasca aus Richtung Norden fahren müssen wir durch Lima, der Hauptstatt Perus. 

Unser Plan ist es, eine Nacht kurz vor Lima, in einer kleineren Stadt, deren Namen ich noch nicht nenne will, zu übernachten und um 4 Uhr morgens los zu fahren um dem Berufsverkehr zu entkommen. Folge deiner Intuition! Seit den letzten Tagen bekommen wir keine Antwort mehr von unserem Intercambio Herren. Normalerweise hat er innert weniger Stunden zurück geschrieben. Na mal sehen was hier los ist.

Ebenfalls in Patagonien haben wir zwei ganz tolle Menschen kennengelernt. Salome und Dan. Auch zwei Reisende, aber wenn man ihre Fortbewegungsmittel anschaut, fühlt man sich als Weichei. Sie haben ebensoviele Kilometer runtergerissen wie wir, nur das sie das mit eigener Muskelkraft machen. Sie sind Vollkontakt Velo Fahrer. Wir sind regelmässig in Kontakt und da Dan` s Mama sie besuchen kommt, haben sie uns gefragt ob wir etwas aus Europa brauchen. Weil unsere Stahlrösschen nun schon einige Kilometer mit uns durch Dick und Dünn gerollt sind, habe ich eine Liste mit Teilen die hier nur sehr schwer, wenn überhaupt zu bekommen sind, zusammen geschrieben.

Evelyne würde gerne für uns den Kurier geben. Ein Anruf bei meinem Freund Marco, der die Teile nicht nur bestellt, sondern auch noch zu Evelyne in der Schweiz frei Haus liefert und alles läuft reibungslos. Sie hat alles unauffällig in ihrem Rucksack verpackt und scheut keine Mühen sie in Lima der Adresse von unserem geplanten Intercambio Herren ab zu geben und er wird sie dann mit in die Berge zur Unterkunft mitnehme. Läuft alles soweit Planmässig. Die Teile sind abgegeben, nur das sich dieser Herrn nicht mehr bei uns meldet.

Wir sind in dem kleinen Städtchen, dessen Namen ich immer noch nicht nennen möchte angekommen und gehen erstmal Essen. Danach suchen wir die bereits, für eine Nacht gebuchte Unterkunft. Es dauert eine Weile und wir fahren im Kreis. Nirgendwo ein Schild das einen Hinweis auf das Bravo Surf Hostal hinweist. Laut Karte sollten wir davor stehen, sehen aber nur ein geschlossenes Tour. Auf einmal steht ein gut aussehender Rasta Mann, wie aus dem Nichts vor uns und fragt: "Bist du Simona?"

Die Wege des Herrn sind unergründlich. Herzlich Willkommen in Punta Hermosa

Der Rasta Mann zeigt uns erstmal unser Nachtquartier und wo wir unsere Mopeds abstellen können. Wie so oft, sieht das Hostal von aussen nach Nichts aus. Was sich allerdings schlagartig ändert als wir in den Innenhof kommen. Es ist ein bisschen chaotisch, wild aber durchaus charmant. Im vierten Stock gibt es eine Dachterrasse und wir sollen doch sobald wir uns eingerichtet haben dort hoch kommen. Gesagt getan. Da sitzen wir nun und geniessen den Ausblick und einige einheimische Gaben, die für alle auf dem Tisch liegen.

Wir erzählen von unserer Reise und den Zukunftsplänen. Versuchen noch einmal diesen Herren telefonisch zu erreichen und je später der Abend je komischer wird unser Bauchgefühl. Ok, wir wissen das die Ersatzteile in Lima angekommen, wo sie jedoch verblieben sind, wissen wir nicht. Ist ihm etwas zugestossen, hat er sein Handy verloren oder hat er seine Meinung geändert? Solange wir keine Antwort haben, wird die Planung etwas schwierig. Was wir allerdings wissen, das wir unbedingt eine Reise Pause brauchen. All die Eindrücke, die tausenden von zurück gelegten Kilometern haben ihre Spuren hinterlassen. Wir sind müde, ausgebrannt und sehnen uns nach Alltag.

Der Rasta Mann heisst Yarin und ich brauche ziemlich viele Anläufe bis ich mir den Namen merken kann. Er hat etwas speziales an sich. Als erstes fallen mir seine ehrliche Augen auf. Er ist emphatisch und scheint mir ein intelligenter und aufrechter Mann zu sein. Simona und ich diskutieren was wir machen sollen, als Yarin sagt, dass das Beste im Moment eine grosse Pizza wäre. Erstaunt schauen wir uns und ihn an. Obwohl er nicht unsere Sprach spricht hat er verstanden.

Während wir gemeinsam die lecker schmeckende Pizza mampfen, fragen wir ob es auch möglich wäre eine oder zwei Nächte zu verlängern. Die Antwort kommt prompt. Kein Problem, eventuell müssen wir ein anderes Zimmer nehmen, aber wenn das kein Problem für uns ist können wir so lange bleiben wie wir wollen. Der erste Druck ist weg. In den darauf folgenden Tagen sind wir am überlegen und abwägen wie es weiter gehen soll. Nach drei Tagen kommt endlich eine Nachricht von diesem Herren. Kurz und bündig aber ohne Erklärung sagt er das Intercambio einfach ab. Wir können die Ersatzteile in Lima bei einer Adresse abholen. Wir verstehen die Welt nicht mehr und reden gerade darüber als plötzlich Yarin, unser schlaues Kerlchen neben uns steht und ganz locker sagt: Ihr könnt doch auch ein Intercambio bei mir machen. Wir müssen nicht lange überlegen und sagen zu. Auf der Dachterrasse, dessen Nutzung vom Büro über Jogaraum bis hin zu Wohn und Arbeitszimmer aller Art reicht, besprechen wir die Details. 3-4 Stunden Arbeit und dafür gibts ein Zimmer und Frühstück. Abgemacht. Fast.

Surft ihr, kommt die Frage. Nein, noch nicht. Es ist jedoch schon lange ein Traum von mir das endlich mal zu lernen. Das freut Yarin so sehr das er sofort anbietet das wir sämtliches Material dafür auch kostenlos zur Verfügung bekommen. Wir bekommen eine Einweisung was so zu tun ist. Beginnend mit Zimmer herrichten und Putzten. Genau das Richtige für uns, einfache Arbeit und das in einer absolut entspannten Atmosphäre. Nach ein paar Tagen kommt Yarin mit der Idee, die Mopeds vom Innenhof in die Garage zu stellen. Er zeigt mir die Garage, mich trifft der Schlag.

Er meint, wir müssen nur ein bisschen Aufräumen, damit auch Platz ist. Der Raum, den er Garage nennt ist so gross das locker ein Auto und zwei Motorräder hinein passen würden, jedoch ist er bis zur Decke mit allerhand Gerümpel vollgestopft. Ich frage ihn erstmal was er mit dem ganzen Zeug machen will. Er kann sich nur schwer von den Sachen trennen und somit mache ich einen Plan. Alles was noch im Hostal zu verwehren ist bleibt, der Rest fliegt raus. Einfacher gesagt als getan. Das Garagentor, das aus zwei Toren besteht die ungefähr 3 Meter hoch sind lassen sich aber nicht mehr öffnen. Mit zwei langen Brechstangen heben wir einen Flügel an und bekommen ihn tatsächlich auf. Es dauert fast eine Woche bis wir alles aussortiert haben und ich kann die zweite Tür öffnen. Danach mache ich mich ans Werk die Türen mit einem Hobel und ein Paar Unterlagscheiben wieder funktionstüchtig zu machen.

Er hat viel Werkzeug, was mir allerdings noch mehr graue Haare macht, denn fast alles was ich in die Hand nehme muss ich vorher reparieren. Mañuco, sein Vater beobachtet mich mit wachsender Begeisterung. Mein Arbeitseifer reisst Yarin mit und so werkeln wir manchmal den ganzen Tag lang bis schliesslich der Raum aufgeräumt und organisiert ist und die Mopeds geparkt werden können.

Als ich eines Morgens wieder an die Arbeit gehen will, kommt Yarin und sagt mir das ich heute nicht arbeiten darf, sondern mit dem Surfen anfangen soll. Er drückt mir einen Neopren Anzug in die Hand und schickt mich zur Surfschule am Strand. Ich buche eine Woche Surftunterricht. Nach dem zwei Tag schaffe ich es das erste mal eine kleine Welle zu nehmen und sause übers Wasser. Der Ehrgeiz hat mich gepackt und somit wird es zu einem täglichen Bestandteil meines Tagesablaufs. Warm machen, Dehnen, ein paar Karateübungen, Joga und ab ins Wasser. Danach zum Markt um Mittag zu essen und zurück an die Arbeit.

Nun kommen mir immer mehr Ideen was wir alles im Hostal machen können und Yarin bringt seine Vorschläge, was er schon lange erledigt haben möchte. Simona zeichnet schöne Bilder auf die weisse Wand, geht durch die Räume und macht mir eine Liste mit Sachen die repariert werden müssen. Ich bringe die Fahrräder wieder zum laufen und so entwickelt sich eine Eigendynamit was uns gemeinsam Hand in Hand arbeiten lässt. Eines Tages kommt Luna, eine junge Französin ins Hostal und will auch ein Intercambio machen. Somit sind wir nun schon zu dritt und teile uns die Arbeit ein.

Eine neue Aussendusche muss her. Auf der Dachterrasse schmieden wir Pläne wie sie aussehen soll. Ein Freund von Yarin kommt vorbei und hilft uns beim Mauern und den Klempner Arbeiten. Aus alten Surfer Zeitschriften schneiden die Mädels coole Fotos aus und kleben sie zu einer Collage auf zwei Holzplatte, die wir später mit Leim Versigeln. Diese werden später als Wand Verwendung finden.

Es braucht mehr grün, sagt Yarin und ist mit ein paar Gästen unterwegs in eine Gärtnerei. Als er am Nachmittag zurück kommt hat er allerdings zur zwei kleine Pflanzen dabei. Doch kurz darauf rollt ein Laster her und ich sehe den Wahnsinn seines Einkaufrausches. Wir brauchen fast zwei Tage um alle Pflanzen ein zu Topfen und noch mal einen Ganzen Tag um die improvisierten Töpfe mit Farbe zu bemalen. Das Hostal verwandelt sich so langsam in einen Dschungel.

Die Haustiere, bestehend aus Rita la Perrita, Agata la Gata und Tito siempre tiene apetito finden die Umgestaltung toll und streifen täglich durch den wachsenden Dschungel. Eines Tages taucht eine Hündin auf die Rita zum verwechselt ähnlich sieht. Wir nennen sie "Laotra Porrita" Da Yarin ein grosses Herz hat nimmt er sie im Hostal auf, wunder sich aber warum sie immer wieder auf die Strasse läuft und er sie zurückholen muss. Mañuco meint allerdings das sie irgendwem gehört und Yarin sie entführt hat. Es stellt sich heraus das sie wirklich einem Nachbarn gehört und somit muss Yarin sie schweren Herzens wieder abgeben.

Als Louis, auch ein Franzose, auftaucht habe ich wieder mal einen Partner in Crime gefunden. Er spielt Gitarre wie ein kleiner Gott. Somit gibt es einen weiteren Tagespunkt für mich. Jammsession. Zuvor brauchen wir aber noch eine zweite Gitarre. Ziomara und Antonio haben die Lösung. Sie haben eine alte Gitarre zu Hause, die nur etwas Liebe braucht. Nachdem ich Saiten besorgt und die alte Lady auf Vordermann gebracht habe, gibts kein Zurück mehr. Täglich klingen heisse Grooves durchs Hostal. Zum Dank für die wiederbelebte Gitarre, werden wir von Ziomara und Antonio zum Ceviche Essen eingeladen. Bei ihnen zuhause führen sie uns in die Kunst der Zubereitung ein.

Wir haben es sogar geschafft unsere Teile zu bekommen, was allerdings mit einer nervenaufreibenden Aktion von Statten ging. Dieser blöde Heini, der unsere Teile aufbewahrt, gibt uns Adresse und eine Zeitangabe wo wir sie abholen können. Die Adresse stimmt, jedoch ist er nicht da. Nur der Pförtner, der uns allerdings vertröstet zu warten. Nach einer Stunde und einigen Anrufen bei Heinblöd sind die Teile durch wundersame Weise im Häuschen des Pförtners. Der Typ hat sich wahrscheinlich in seiner Bude verschanzt um nicht auf unangenehme Fragen unsererseits eingeht zu müssen. Was für ein Waschlappen, denke ich mir und und bringe meinen Arger vor seinem Haus lautstark zum Ausdruck. Ich hoffe er kann mich hören und läuft mir nie über den Weg, denn würde das mal passieren hätte ich keine Skrupel ein Ceviche aus ihm zu machen. Wir haben unsere Teile, ihm für eine Woche Durchfall gewünscht und machen uns wieder auf die Socken.

Um unser Visum zu verlängern sind wir insgesamt 3 Mal nach Lima reingefahren. Da es uns so gut bei Yarin und seiner Familie in Punta Hermosa gefällt, wollen wir unseren Aufenthalt in Peru verlängern. Doch irgendwie sollte es nicht sein. Wir kommen uns vor wie im "Asterix Comic wo sie im Haus das Verrückte macht" sind und nach einem Formular B52 suchen. Wir werden von Pontius zu Pilatus und zurück geschickt denn keiner hat Befugnis oder einen Plan. Wir haben keine Lust mehr auf diese Bürokratie und zeihen von dannen. 

In Lima gibt es Strassen die nur für Autos und LKW` s gedacht, jedoch für Zweiräder gesperrt sind. Haben wir nicht gewusst und somit landen wir plötzlich auf der dreispurigen Strasse durch Lima. Unter einer Brücke ist eine Grossrazzia und sie winken mir zu um anzuhalten. Mir kommt plötzlich Yarins Warnung in den Sinn. "Wenn dich die Polizei anhalten will und du kannst ausweichen, gib Gas. Ich winke zurück, drehe am Gasgriff und sehe den verdutzten Schnittlauchsoldaten im Rückspiegel zu wie sie mir nachschauen. Im Hostal angekommen, erzählen wir die Geschichte Yarin und er lobt uns. Alles richtig gemacht.

Uns bleiben noch knapp 2 Wochen, dann müssen wir entweder aus Peru ausreisen oder die Strafe für die Überziehung in kauf nehmen. Wir beschliessen zu gehen. Es fühlt sich an, das wir bereits ein Teil der Familie Bravo geworden sind und so brauchen wir fast eine Ganze Woche Anlauf, um unter Wehmut im Herzen diese tolle Oase wieder zu verlassen.

Adios mi P.H.C = Punta Hermosa Corazón

Nun haben wir nur noch wenige Tage um das Land zu verlassen. Die grösste Herausforderung steht uns noch bevor. Nachdem wir unsere Familie und Freunde, mit dem Versprechen wieder zu kommen verlassen haben, stürzen wir uns in das nun schon bekannte Strassengetümmel von Lima. Man könnte sagen: Bienvenidos a la oficina del diabolo. Auf der Stadtautobahn, die direkt durch Lima geht fühlt es sich an als ob man mitten im Krieg der Sterne gelandet ist. 

Gaston, ein Argentinier der mit einer Peruanerin zusammen ist hat das mal so erklärt: Meine Frau Steff ist der liebste Mensch der Welt, sobald sie allerdings ins Auto steigt, erkenne ich sie nicht wieder. Sie bekommt rot unterlaufe Augen, die Knöchel, die sich ums Lenkrad krallen verfärben sich weiss und ihr Blick erinnert an den Leibhaftigen persönlich. Weiter erzählte er, das bei der kleinsten Bemerkung, vielleicht etwas defensiver zu fahren, sie sich in eine Gottesanbeterin verwandelt, die ihr Männchen allerdings vor dem Akt schon frisst. Er hat von Peru nicht viel gesehen, da er im Auto nur noch mit geschlossenen Augen mitfährt, all seine Gebete gen Himmel stösst und sich am Türgriff fest krallt.

Wir sind mitten drin. Nach eineinhalb Stunde in denen wir schon ein dutzend Mal fast abgeschossen wurden, die Motorren vom ständigen Stop and Go heiss gelaufen sind, machen wir eine Pause unter einer Brücke die eine Pannenausbuchtung hat. Glücklicherweise steht da ein liegengebliebener LKW und wir parken davor. Das gibt uns immerhin eine lange Knautschzone. Nach 20 Minuten Abkühlung der Köpfe und der Motoren tasten wir uns zurück in den Wahnsinn. 

Eine weitere Stunde später wird der Verkehr weniger und wir atmen durch. Auf der Küstenstrasse nach Norden gibts nicht viel schönes zu sehen. Die Panamericana verläuft nun etwas weiter weg vom Meer. Als es so langsam Abend wird, biegen wir ab und fahren eine kleine Strasse dessen Ende ein kleines Dorf hat wieder näher an die Küste. Hier sind die Uhren stehengeblieben. Wir sind in Tortugas. Ein kleines verschlafenes Fischerdorf was in Mitten einer hübschen U-förmigen Bucht liegt. Im Bed & Breakfast Gabriela, das so heisst wie ihre Besitzerin, finden wir einen warmen und herzlichen Empfang. Sie ist Artistin und kümmert sich um die noch verblieben Kinder des Dorfes.

Da gerade EM ist frage ich wo man es sehen kann. Gute Frage denn sie haben keinen Fernseher, was ich eigentlich sehr sympathisch finde. Im einzigen Pub hatte es mal einen, der geht allerdings seit mehreren Jahren nicht mehr und steht nur noch zur Dekoration da. Mit einem charmanten Lächeln sagt sie mir, das sich sicher was finden lässt. Keine 10 Minuten später kommt sie und erzählt freudestrahlend das wir bei ihrem Onkel zum Match kucken eingeladen sind. Er heisst Josep, ist ursprünglich aus Barcelona und seit langem der Bibliothekar des Dorfes hier. Wir machen uns nun zu viert, Gabriela und ihr Zwillings Bruder und wir zwei, früh genug auf den Weg zu seinem kleinen Häuschen und werden schon sehnsüchtig von ihm und seiner Frau Luisa erwartet.

Als sie uns nach der Begrüssung ins Haus bitten ist schon alles vorbereitet. Auf dem kleinen Salon Tisch stehen Chips, Salzstangen und gut gekühltes Bier. Deutschland schlägt Ungarn mit 2:0, die Schweiz hält sich gegen die Schotten 1:1 und Spanien gewinnt gegen Italien 1:0. Somit ist für jeden was dabei. Diese Leute hier sind wiedermal ein Geschenk des Himmels. 

Nun im Sechserpack pilgern wir gemeinsam zur Bibliothek und sind erstaunt was Josep und Luisa die Jahre über erschaffen haben. Sie sammeln seit Jahrzehnten Bücher, haben alte Schuleinrichtungen, wie Tafeln, Stühle, Bänke und grosse Landkarten der ganzen Welt zu neuem Leben erweckt. Da in dieser Gegend die Leute kein Geld für ausserschulmässige Aktivitäten haben, ist ihr gesamtes Angebot gratis. Der Theaterunterricht, den Gabriela den Kindern gibt ist auch kostenlos und sie finanziert diesen durch das Einkommen ihres Hostals. Ihre Tante Luisa und ihr Onkel Josep leben nur von Spenden und der kleinen Rente der Beiden. Meine Hochachtung für so viel Selbstlosigkeit.

Die Zeit drängt und somit fahren wir weiter. Eine Nacht verbringen wir noch in Huanchaco, einem Surferparadis, indem gerade die Nationalen Meisterschaften im Longboard stattfinden. Mit etwas Glück bekommen wir noch eine Unterkunft. Allerdings nur für eine Nacht. Gerne würde ich noch einmal ein paar Wellen reiten doch nach einem Gespräch mit einigen Surfern im Hostal vergeht es mir zunehmend. Einige der Surfer sind krank, seitdem sie im Wasser waren. Da die Strömung gedreht und somit das Schmutzwasser der Abwasserkanäle der Stadt die direkt ins Meer geleitet werden in die Brandung treibt, haben sie eine Infektionen bekommen, die sich mit Durchfall, Ohrenschmerzen und anderen Leiden bemerkbar machen.

Was dafür doch in meine Augen lobenswert ist haben mir die peruanischen Surfer gezeigt. Ja es ist oftmals eine Sauerei wie der Mensch die Natur behandelt, doch es gibt die Guten deren Glaube felsenfest ist. In Huanchaco haben sich die Surfschulen organisiert und bieten den Kindern vom Dorf kostenlosen Surfunterricht an. Die Bedingung um daran teilzunehmen ist so einfach wie genial. Vor jeder Surfstunde laufen sie zuerst den Strand ab und sammeln den ganzen Müll zusammen. Danach wird sorgfältig getrennt und entsorgt. Sie sensibilisieren die Kinder auf Nachhaltigkeit, Rücksicht und die Liebe zur Natur. Wie ihr seht ist noch nicht Hopfen und Malz verloren!

Wir lassen das planschen im Wasser sausen und gehen stattdessen mal wieder fein Essen. Am frühen Morgen brechen wir zum vorletzten Halt in Peru auf. Santa Rosa de Tucume heisst das Dörfchen und wir gastieren bei Andrea auf der Santana Range. Sie hat einen Bauernhof im Stil einer traditionellen peruanischen Ranch aufgebaut. Mit vielen Pferden, einigen Kühen, Hühnern und ein paar Hunden. Sie bietet unter anderm Reiterferien und auch Intercambios an. Für uns noch ein schöner Aufenthalt in einem ganz einfachen kleinen Häuschen ausserhalb des Dorfes. Für ein Intercambio haben wir keine Zeit mehr, dafür aber für ein paar tolle Gespräche. Denn Andrea ist ursprünglich aus Zürich und somit können wir mal wieder Schwiizerdütsch schnurra.

Der letzte Tag bricht an. Morgen müssen wir aus Peru ausreisen. Kurz vor der ecuadorianischen Grenze, in dem peruanischen Städtchen Suyo verbringen wir die Nacht. Das Hotel liegt zwei Kilometer außerhalb und wir haben nochmal die Chance mit einem TukTuk zu fahren. Für ein kleines Abendessen fahren wir für ein paar Rappen mit dem Selbstgebauten Gefährt ins Zentrum. Der Fahrer bring uns zu seinem Lieblings Lokal. Einfache und Gute Küche zum kleinen Preis. Die Besitzerin soll ihn anrufen wenn wir fertig sind und er holt uns wieder ab. So einfach kann das sein.

Ein Fazit über ein Land unter dem ich mir lange Zeit nicht viel Vorstellen konnte. 3 Monate für Peru sind definitiv zu wenig, wie es bei den meisten südamerikanischen Ländern ist. Ok, das ist nun wirklich nichts Neues. Die Vielfalt, die das Land zu bieten hat ist einen Besuch Wert. Man bekommt nicht nur den Amazonas, die weitläufigen Anden und die Küste, sondern es bietet auch das ganze Jahr über verschiedene Klimazonen. Wenn es Regenzeit in den Bergen ist, geh ans Meer zum Surfen oder in den Regenwald. In der Trockenzeit kann man in den Bergen unterwegs sein und der Hitze des Tieflands entfliehen. Immer wieder werden in Peru noch unbekannte Ausgrabungsstätte von längs vergangener Zeit und deren Kulturen gefunden. Ich bin mir sicher, das dort draußen noch Unmengen von nicht entdeckten Wundern sind. Wem das noch nicht reicht, der sollte unbedingt sofort nach Ankunft im Land essen gehen. 

Dieses Land birgt noch so viel mystisches, das Abenteurer wie wir, wieder kommen müssen. 

Muchas Gracias mi bonito Peru.

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